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8 m²
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Acht Quadratmeter. Darauf beschränkt sich Hannah Corvins Welt. Die Ärztin sitzt in Untersuchungshaft in der JVA Düsseldorf, beschuldigt des Doppelmordes an ihrem Verlobten und ihrer besten Freundin. Vieles spricht für eine Tat aus Eifersucht - aber Hannah kann sich an nichts erinnern und hat kaum Möglichkeiten, vom Gefängnis aus ihre Unschuld zu beweisen.
Während draußen die Ermittlungen mit Hochdruck vorangetrieben werden, um sie unzweifelhaft überführen zu können, muss sich die junge Frau in der Welt hinter Gittern zurechtfinden. Und die funktioniert nach ganz eigenen, brutalen Spielregeln.














Horror Untersuchungshaft
Dr. Hannah Corvin, Ärztin am Florence-Nightingale-Krankenhaus in Düsseldorf wird auf frischer Tat ertappt, als sie sich über ihren sterbenden Verlobten beugt. Daneben liegt ihre beste Freundin, ebenfalls tot. Getötet wurden beide durch die Injektion eines Narkosemittels. Die leeren Anmpullen und Spritzen werden in der Handtasche von Dr. Corvin gefunden.
Während die Ärztin behauptet, dass sie den beiden Toten bzw. Sterbenden helfen wollte, nachdem sie aus einer Ohnmacht aufgewacht ist, sieht die Staatsanwaltschaft in ihr die mutmaßliche Täterin. Und da sie Kontakte nach Südamerika hat, wo sie auch einen Teil ihres Studiums absolviert hat, ordnet der Ermittlungsrichter Untersuchungshaft wegen dringendem Tatverdacht und Fluchtgefahr an.
Hannah Corvin wird in die JVA verbracht, wo sie sich mit einer für sie völlig anderen Welt zurechtfinden muss. Ihre Zelle muss sie mit einer regulären Strafgefangenen, einer ehemaligen drogensüchtigen Prostituierten, teilen, mit der es prompt zu Auseinandersetzungen kommt. Anderseits erfährt sie nur von ihr, wie das Leben in der JVA funktioniert, denn dem Justizpersonal ist es egal, wie sie zurecht kommt. Hinzu kommen demütigende Prozeduren, unzulängliche hygienische Zustände, verdreckte Matratzen und bauliche Probleme, wie verrottete Rohre und eine nicht ordentlich funktionierende Heizung.
Währenddessen gehen draußen die Ermittlungsarbeiten der Polizei weiter, die in alle Richtungen ermittelt, und auch versucht, Material zusammenzutragen, das Hannah entlastet.
Sowohl die Beschreibung von Hannahs Erlebnissen in der Untersuchungshaft als auch die Arbeit der Ermittler fand ich sehr gut beschrieben und realistisch dargestellt. Die Auflösung des Falles fand ich persönlich allerdings ein ganz klein wenig konstruiert, was aber kein wirklicher Kritikpunkt ist. Denn häufig geschehen in der Realität Dinge, die man keinem Krimiautor abnehmen würde, so dass dieser Schluss sogar noch eher plausibel erscheint.
Für einen kultivierten Menschen, noch dazu einen potentiell unschuldigen, muss es wirklich der Horror sein, seine Tage in einer Vollzugsanstalt verbringen zu müssen, wo man sich einerseits gegen die anderen Gefangenen zur Wehr setzen muss und andererseits vom Wachpersonal nicht wirklich Unterstützung erhält, ist man doch auch nur einer der Übeltäter, der es nicht besser verdient hat.
Auch wenn am Anfang des Buches unter der Überschrift "Die Autorin" darauf hingewiesen wird, dass Candida Schlüter in der JVA tätig war und dort den Gefängnisalltag kennengelernt hat, hätte ich mich doch sehr über ein Nachwort der Autorin gefreut, in dem sie den Bogen zwischen Realität und Dichtung hätte spannen können. Muss ein Untersuchunsgefangener wirklich damit rechnen, dass er zusammen mit bereits Verurteilten untergebracht wird und diesen "alten Hasen" schutzlos ausgeliefert ist? Oder ist das nur der Phantasie der Autorin entsprungen, weil es die Dramatik steigert? Ein paar Zeilen dazu hätten die Lektüre sicherlich noch abgerundet.
Alles in allem ein sehr interessantes Buch in einem sehr angenehmen Schreibstil, das einen völlig anderen Focus hat, als andere Krimis und einen Aspekt beleuchtet, der sicherlich für jeden interessant ist, der sich schon einmal Gedanken über den Sinn und Unsinn unseres Justizvollzugs gemacht hat. Wirklich nur zu empfehlen!