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Durch Nacht und Wind
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Der Großherzog von N. ist zutiefst beunruhigt. Er hat einen Brief erhalten, in dem behauptet wird, dass ein Smaragdring, der sich in seinem Besitz befindet, mit einem alten Fluch beladen sey. Dieser soll unfehlbar den Tod seines Besitzers herbeiführen. Goethe und Schiller werden zur Hülfe gerufen ...
Anna Amalia, die Mutter von Weimars Regenten Carl August, bittet Goethe und Schiller, den Großherzog, der mit seiner Familie im Lustschloss Belvedere bey Weimar untergebracht ist, aufzusuchen. Sie sollen ihn davon überzeugen, dass die Geschichte mit dem Fluch Unfug sey und er sich keine Sorgen machen müsse. Da der Großherzog sich als höchst unsympathisch erweist, beschließen Goethe und Schiller, ihn in seiner Angst noch zu bestärken. Doch in selbiger Nacht verstirbt der Großherzog. Die Umstände sind der Art, dass weder eine natürliche Todesursache, noch Mord oder Selbstmord in Frage kommen. Eine unmögliche Situation. Goethe und Schiller werden gebeten, die Angelegenheit discret zu untersuchen.














"Wenn man alle Gesetze studieren wollte, ..."
Der Großherzog von N. ist ein sehr abergläubischer Mensch. Als ihm ein Brief von einem Professor Kranigk zugestellt wird, der ihn vor dem Fluch eines Ringes warnt, bittet er Goethe und Schiller zu Hilfe. Denn der verfluchte Ring befindet sich in seinem Besitz.
Goethe und Schiller glauben nicht an einen Fluch, bestärken den Großherzog aber in seiner Angst, da er ihnen beiden unsympathisch ist. Tags drauf ist der Großherzig tot, jedoch war es keine natürliche Todesursache. Mord oder Selbstmord scheinen aber irgendwie auszuscheiden. Hat der Fluch zugeschlagen? Goethe und Schuller gehen der Sache auf den Grund …
Goethe und Schiller, zwei Freunde, wie sie auch im realen Leben einst zu finden waren. Der Autor lässt in seinem Buch Schiller zu Wort kommen, ihn die Geschichte niederschreiben, die sich da einst zugetragen hat. Dabei passt der Autor bewusst die Sprache ein wenig den damaligen Gegebenheiten an, was man zum einen an den Schreibweisen mancher Worte erkennt, aber auch in der Wortwahl und dem Satzbau.
Nichtsdestotrotz hat man sich schnell eingelesen, taucht in die Geschichte ein, begibt sich mit Schiller und Goethe auf Mörderjagd und Rätselraten. Dabei wird man noch unterhalten, zum einen von den Überlegungen der beiden, zum anderen von der Situationskomik und dem Wortwitz.
Der Autor zeichnet die Charakter der beiden großen Dichter etwas nach, lässt sie lebendig werden vor dem inneren Auge und zieht den Leser förmlich in einen Sog aus genießerischem Lesen und Spannung bis zum Schluss.
Fazit:
Mir hat das Buch sehr gut gefallen, nur ungern habe ich Goethe und Schiller wieder verlassen und hoffe, obwohl dieser verzwickte Fall zwar gelöst ist, dass es weitere Folgen mit dem Ermittlerduo Goethe und Schiller geben wird.
Goethe und Schiller auf Abwegen
Diese Detektivgeschichte um die zwei deutschen Geistesgrößen führt ins Jahr 1797. Goethe erhält vom Fürstenhaus den Auftrag, sich um den als Gast im Schloss Belvedere weilenden abergläubischen Großherzog zu kümmern. Dieser besitzt einen sehr wertvollen Smaragdring, der mit einem Fluch beladen scheint, der den Tod des jeweiligen Besitzers vorhersagt. Goethe lässt sich vom Freund Schiller begleiten, der die folgenden Ereignisse dann als Ich-Erzähler beschreibt. Das erinnert nicht von ungefähr an das berühmte Gespann Holmes und Watson.
Der naturwissenschaftlich denkende Goethe hält einen Fluch für ausgeschlossen, aber aus Zorn über den recht unhöflichen Empfang des Großherzogs, bestätigt er ihn in seinem Glauben. Doch dann stirbt der Herzog einen unnatürlichen, sehr geheimnisvollen Tod und der Ring zieht eine Spur von Todesfällen nach sich.
Die beiden Detektive wider Willen stürzen sich in die Spurensuche und gehen dabei auch recht unkonventionelle Wege um ihren geheimnisvollen Gegner zu entlarven.
Eine leise Ironie und viele Anspielungen auf die Zeit durchzieht diese amüsante Geschichte. Ganz im Stil der Zeit ist der Sprachduktus mit vielen fast vergessenen Vokabeln. Das hat mir sehr viel Spaß gemacht. Wenn sich Goethe nur noch sehr dunkel an seine eigenen Verse erinnert, die hier als Spur gelegt wurden, oder sich Schiller mehr als einmal über die Dünkel seines Freundes ärgert, fand ich die Anspielungen auf die Werke und die Biografie der Dichter sehr amüsant.
Das Buch ist nicht nur eine Hommage an Conan Doyle, sondern auch eine Hommage an den so beliebten Schauerroman des 18. Jahrhunderts. Wenn es über Geheimtüren, dunklen Verliesen und gefährliche Verfolgungsjagden per Kutsche oder Montgolfiere zur Lösung des Rätsel um den verfluchten Ring führt, macht auch der Leser eine kleine Zeitreise.
Ich habe mich mit dieser Geschichte bestens unterhalten und mochte die altertümelnde Sprache genauso, wie mir die schöne Ausstattung mit den Scherenschnitten und der Titelgestaltung gefallen haben.