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Wer das Schweigen bricht
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August 1939: In den Wirren des Zweiten Weltkriegs verlieren sich sechs junge Menschen in einem Netz aus Freundschaft, inniger Liebe und tiefgreifendem Hass. Was aber hat das mit Robert Lubisch zu tun, der beinahe 60 Jahre später im Nachlass seines Vaters, einem Industriemagnaten der Nachkriegszeit, den SS-Ausweis eines Unbekannten und das Foto einer schönen Frau findet? Lubisch’ Neugierde ist geweckt: War sein Vater doch nicht so makellos, wie er immer angenommen hatte? Und wer ist die Fremde? Auf der Suche nach Antworten stößt Robert Lubisch auf die ehrgeizige Journalistin Rita Albers, die sofort eine große Story wittert. Doch die Wahrheit lockt die Geister der Vergangenheit wieder hervor und zieht grausame Folgen nach sich. Lubisch ahnt, dass die Geschichte seines Vaters noch viel dunkler ist, als er befürchtet hat. Danach ist nichts mehr, wie es einmal war.
Mechtild Borrmann wurde 1960 geboren und lebt heute in Bielefeld. Ihre Kindheit und Jugend verbrachte sie am Niederrhein. Sie arbeitete u. a. als Tanz- und Theaterpädagogin, in der Drogenberatung und lebte auch mal eine Zeit lang auf Korsika. Im Pendragon Verlag erschienen die Romane »Morgen ist der Tag nach gestern« 2007 und »Mitten in der Stadt« 2009














Mechtild Borrmann: Wer das Schweigen bricht
Unaufgeregt beginnt Mechtild Borrmanns Roman. „Wer das Schweigen bricht“ ist bereits ihr drittes Buch im Pendragon-Verlag. Die Bielefelder Autorin wuchs am Niederrhein auf, dort, wo viele ihrer Krimis handeln. Nachdem „Wer das Schweigen bricht“ es bereits auf die KrimiZEIT-Bestenliste schaffte, wurde es 2012 mit dem Deutschen Krimipreis ausgezeichnet.
Robert Lubisch hat seinen Vater beerdigt und ist nun dabei, dessen Sachen zu ordnen. Dabei fällt ihm ein kleines Zigarrenkästchen in die Hände. Ein Vierteljahr lang steht das Kästchen in seinem Arbeitszimmer, bis seine Frau beim Blättern im alten Fotoalbum auf ein Bild mit ebendiesem Kästchen stößt. Robert öffnet das Kästchen.
Neben Papieren findet Robert das Foto einer schönen, ihm unbekannten Frau. Das macht ihn neugierig. Wer ist diese Frau? Birgt die Vergangenheit des Vaters ein Geheimnis? Robert stößt eine Suche nach dieser Frau an und rüttelt damit an Ereignisse, die lange zurückliegen. Eine Journalistin nimmt die Spur auf und rührt folgenschwer an diesen alten Dingen, die doch alle Beteiligten vergessen wollten. Am meisten vergessen will die betagte Frau auf Mallorca, zu der Robert das Bild führen wird. Ihre Tage werden von gleichbleibenden warmem Wohlklang bestimmt, und doch ist sie trotz dieses behüteten Äußerem, das sie sich geschaffen hat, nicht glücklich, konnte es nie mehr sein.
Der Roman erzählt in Rückblenden einfühlsam von jungen Menschen, die befreundet sind. Von den Umständen, denen sie in den letzten Jahren des Dritten Reiches ausgeliefert sind und davon, wie sie Dinge machen, die sie in einer anderen Situation vielleicht nicht gemacht hätten, wer weiß das schon. Das Leben des Einzelnen ist unentrinnbar eingebettet in einen größeren Kontext. Verschiedene Varianten des Lebens, des Überlebens werden anhand verschiedener Personen vorgeführt: Angepasste, Mitläufer, Aufmuckende, Gegner, Profiteure des Regimes. Und auch davon wird berichtet, was danach aus ihnen wurde. Wie es einige der Ärgsten schafften, ihre Fahne wieder in den „richtigen“ Wind zu hängen. Und das passiert in einer klaren, stilsicheren Sprache.
Eingebettet in den Überlebens-Alltag der Menschen in den letzten Kriegs-Jahren ist eine großartige Erzählung von Liebe, von Besitzenwollen, Zurückweisung und Verrat. „In jenem Sommer formierte sich die verheerende Kraft zurückgewiesener Liebe“. Diese verheerende Kraft wirft ihre langen Schatten in das Jahr 1998, als für Robert Lubisch alles anders wird.
Dieses Buch sollte als Schullektüre empfohlen werden!