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Triangel
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Bis auf die Knochen
Die Justizwachebeamtin Regina Aigner hat sich einen Traum erfüllt: ein Refugium fern der Hektik der Stadt, ein Häuschen mit wunderschönem Garten, wo sie die Härten des Alltags vergessen und ganz bei sich sein kann. Doch das Paradies ist bedroht. Üble Nachrede und ein grausiger Fund rufen Reginas tief vergrabene Ängste wach. Gleichzeitig drängen sich zwei Männer in ihr Leben: Einer will Liebe, der andere Geld. Und jeder hat etwas zu verbergen … Triangel ist ein hintergründiger Thriller. Sanft und zugleich gnadenlos erzählt Anne Goldmann von Ängsten, Abschottung und innerer Isolation.
Bemerkung der Verlegerin
Ein Häuschen im Grünen, eine Zuflucht, eine kleine heile Welt. Viele haben diesen Traum. Dass man das Unheile aber in sich trägt und an den Zufluchtsort mitnimmt, das ist der Stoff, aus dem intelligente Thriller sind. Hitchcock wusste das filmisch in Szene zu setzen, Anne Goldmann erzählt es literarisch, als Geschichte von heute – sinnlich, sehr direkt, ja intim. Feinfühlig und akkurat zeigt sie beschädigte Egos, die sich in eine abgesicherte Identität zu coachen versuchen, wie man es heutzutage als braver Konsument tun soll. Männer und Frauen in verzweifeltem Rollentanz: Regina Aigner wählt den Rückzug und sucht einen Schutzwall aus Wohnqualität zu errichten, Paul Marek strebt nach einer Bindung, die ihm Sinn verleiht. Angst, nicht zu genügen, Versagensangst, Angst vor Nähe, Angst vor Verlust: das Hier und jetzt als Puzzle aus Selbstentfremdung, Vereinzelung und Ohnmachtsverhältnissen. Die Menschen machen ihre Geschichte nicht aus freien Stücken, aber sie machen sie selbst. Und der Einzige, der sich dem inneren Gefängnis zu entziehen vermag, ist ein Mörder … Anne Goldmanns klarer, melancholischer Thriller späht in die Kluft innerhalb des gesellschaftlichen Subjekts, und sogar angesichts all dieses selbstgestrickten Elends ist ihre Erzählkunst einfach ein Genuss. – Else Laudan














Anne Goldmann: Triangel
Nach ihrem Romandebüt „Das Leben ist schmutzig“ ist mit „Triangel“ der zweite Kriminalroman der Autorin Anne Goldmann bei Ariadne Krimi im Argument-Verlag erschienen. Die Hauptperson, Regina Aigner, ist Justizwachbeamtin neben vielen männlichen Kollegen. Sie hat sich einen äußeren Rahmen für ihre Existenz aufgebaut, der sie durchs Leben trägt. Dazu gehört auch ein Haus im Grünen. Doch im Garten hat jemand eine Leiche vergraben, und das nicht nur im übertragenen Sinn.
Das Idyll mit Garten ist nur vordergründig ein solches, es ist nicht nur die Leiche im Garten, die stört und ein Unheil anstößt. Denn von wegen trautes Landleben, hier ist kaum etwas so, wie es von außen erscheinen mag. Die soziale Kontrolle durch die Umgebung, die Mobbing durch üble Nachrede ermöglicht, und den Tratsch beim Bäcker gibt’s gratis dazu. Lange dauert es, bis man in die Gemeinschaft aufgenommen wird: „Und der Doktor ist ja erst seit vier Jahren da, der gehört noch nicht dazu.“ Alte, lang zurückliegende Geschichten köcheln unter der Oberfläche.
Mit sicherem Sprachgefühl und großer Erzählkunst entwickelt die Autorin virtuos eine Geschichte, die vom ersten Satz weg in ihren Bann zieht. Die Figuren werden aufmerksam gezeichnet, mit ihren ganzen Eigenarten und Schutzmechanismen, die sie im Laufe ihres Lebens zum Überleben entwickelt haben. Sämtliche Personen erscheinen authentisch. Geschickt wird die Beschreibung von Regine mit der Schilderung ihrer Arbeit im Gefängnis verwoben. Zum einen gibt es die Anstalt, in der die Männer vom Wachpersonal weggeschlossen werden, und dann gibt es da dieses innere Gefängnis, das sich als so schwer entrinnbar erweist. Zwei Männer zwängen sich in Regines Leben. Regines „Gerüst“, hinter dem sie sich verschanzt, gerät taumelnd in Gefahr.
„Triangel“ von Anne Goldmann ist für den Leo-Perutz-Preis der Stadt Wien für Kriminalliteratur 2012 nominiert.