Wenn Du über einen Link auf dieser Website kaufst, unterstützt Du Kriminetz, da wir dann eine kleine Provision erhalten.
Verräterische Gebeine
Verlag:
ISBN-10:
ISBN-13:
Auflage:
Preis:
Beschreibung:
Was Uctred da gerade gefunden hatte, hielt er zunächst für Schweineknochen. Warum sie in der Senkgrube am Fuß der Burgmauer von Bampton lagen, wusste er nicht, und es war ihm auch gleichgültig. Dann entdeckte er den Schädel. Uctred hatte schon viele Schweine geschlachtet. Er kannte den Unterschied zwischen einem Schweinekopf und einem menschlichen Schädel. Lord Gilbert ließ mich holen, damit ich mir die Knochen ansehe. Alle wussten, wessen Gebeine es wohl waren. Aber sie sollten sich irren...
Oxford, im Herbst 1363. Hugh de Singleton hat sich in soeben als Chirurg niedergelassen. Während er aus dem Fenster starrt und auf erste Patienten wartet, wird er Zeuge eines Reitunfalls direkt vor seinem Haus - ein Glücksfall für ihn, wie sich herausstellen soll. Hugh behandelt den verletzten Lord Gilbert mit Erfolg, und die Zufallsbegegnung öffnet ihm die Türen zu einer guten Position. Dass er damit auch unerwartet in die Aufklärung eines undurchsichtigen Mordfalls hineinverstrickt werden wird, kann Hugh noch nicht ahnen.














Chirurg als Ermittler im Mordfall
Im Herbst 1363 werden in der Senkgrube am Fuß der Burgmauer von Bampton Knochen gefunden. Keine Schweineknochen, sondern ein menschlicher Schädel. Lord Gilbert will wissen, was das zu bedeuten hat und holt den Chirurgen Hugh de Singleton.
Der Lord und der Chirurg haben sich in Oxford kennengelernt. Hugh de Singleton hatte das Glück, dass der Lord vor seinen Augen einen Reitunfall hatte. Sogleich behandelte er ihn und bekam das Angebot in Bampton als Chirurg zu arbeiten. Da die Schwester des Lords eine durchaus hübsche Persönlichkeit ist, fiel ihm die Entscheidung nach Bampton zu gehen nicht schwer.
Als die Gebeine gefunden werden, holt Lord Gilbert den Chirurgen dazu und will seine Meinung hören. Bevor er sich versieht, hat Hugh de Singleton den Auftrag, herauszufinden, wer die Gebeine in der Senkgrube versenkt hat. Wird er heraus finden, wer die Tote ist und wer sie ermordet hat? Was Hugh de Singleton nicht ahnt, dass das nicht die einzige Leiche ist, die gefunden wird. Ist er den Aufgaben, die ihm Lord Gilbert anvertraut, wirklich gewachsen?
Der Hauptcharakter Hugh de Singleton kommt mir jung und blauäugig vor, dennoch ehrlich, vernünftig und besonnen. Ihm ist es wichtig, den Mordfall richtig aufzuklären und nicht irgendjemanden zu haben, der in Frage kommen könnte. Zufall oder Gottes Hilfe sind bei der Aufklärung auch mit dabei, denn manchmal begegneten ihm wichtige Zeugen oder Spuren einfach so.
Trotzdem fand ich es spannend zu lesen und tappte bis zum Schluss im Dunkeln, wer der Täter ist.
Aus Singletons Sicht, also in der Ich-Perspektive, ist der Kriminalroman geschrieben. Obwohl es eine andere Zeit und eine männliche Person ist, konnte ich (als Frau) dem Charakter und seinen Gedanken gut folgen. Manchmal bleibt mir ein Ich-Erzähler fremd. Das war hier nicht so.
Gleich am Anfang des Buches ist ein Glossar, in dem die mittelalterlichen Begriffe erklärt werden und eine Karte von Bampton. Oft musste ich aber nicht nachschlagen, da alles gut und bildlich beschrieben wurde. Bei dem Begriff „Weald“ dachte ich allerdings an einen Tippfehler, aber dem war nicht so, wie ich nach einem Blick ins Glossar feststellte.
Der Autor Mel Starr ist Experte für die Geschichte der Chirurgie und für Sprache und Kultur Englands im Mittelalter. Besonders spannend und interessant beschrieb er, wenn Hugh de Singleton jemanden ärztlich versorgen musste. Davon hätte ruhig noch mehr im Buch vor kommen können.
Es gibt einen 2. Band „Unheilige Umtriebe“, den möchte ich auch noch lesen!