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Silent Scream
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Erscheinungsdatum:
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Beschreibung:
Eisig glitzert der Frost auf der tiefschwarzen Erde des Black Country, als die Geräte der forensischen Archäologen den Fund menschlicher Überreste anzeigen und Detective Kim Stone den Befehl zur Grabung erteilt. Nur wenige Schritte entfernt, aber im Nebel doch kaum sichtbar, liegt das verlassene Gebäude des Kinderheims. Eine der ehemaligen Angestellten ist bereits tot, und auch das Leben der verbliebenen hängt am seidenen Faden. Kim ist überzeugt, dass die Lösung des Falls im lehmigen Boden begraben liegt, doch um ihm auf den Grund zu kommen, muss sie sich den Dämonen ihrer eigenen Kindheit stellen. Und noch ahnt sie nicht, was sich in Crestwood zugetragen hat und mit wem sie sich anlegt ...














Gelungener Debütroman
Als Kim Stone zu einem Tatort gerufen wird, ahnt sie noch nicht was für eine riesige Lawine auf sie und ihr Team wartet. Denn nach dem ersten Opfer taucht ein weiterer Fall auf und schnell bemerken sie, dass beide im gleichen Kinderheim tätig waren und wohl alles damit zusammenhängt. Bei den Nachforschungen weckt Kim mehr als nur einen Dämon auf und auch für sie selbst wird es eine Reise in die Vergangenheit und das längst Vergangene muss aufgearbeitet werden.
Dies ist der erste Roman, der von der Autorin Angela Marsons auf Deutsch erschienen ist.
Den Klappentext an sich fand ich schon interessant, allerdings hatte ich dann mit dem, was im Buch geschehen ist, nicht in diesem Umfang gerechnet. Gut, mir war klar, dass es recht düster werden wird, wie es bei den britischen Romanen eigentlich immer ist. Der Einstieg ins Buch ist mir recht leicht gefallen und ich kam auch erstaunlicher Weise sehr zügig im Krimi voran.
Zu 90% wurde das Buch aus der Sicht von Kim erzählt, dann kam der „Täter“ noch zu Wort und dies alles zusammen hat dann ein komplett rundes Bild für den Leser gegeben. Mir hat auch der Schreibstil der Autorin gut gefallen, er war trotz der dunklen Geschichte so unterhaltsam, dass man gerne weitergelesen hat. Auch fand ich die Handlung sehr gut aufgebaut und man konnte allem gut folgen. Ob man die Entscheidungen, die getroffen wurden, versteht oder nachvollziehen kann bleibt jedem Leser selbst überlassen.
Ich persönlich fand es sehr gut, dass der Spannungsbogen bis zum Schluss erhalten war. So hatte man als Leser Zeit, sich Gedanken zu machen, wer wohl der Täter war und wieso dies alles geschehen ist. Allerdings muss ich gestehen, dass ich den einen Täter irgendwie nicht auf dem Schirm hatte und so etwas überrascht war.
Die verschiedenen Figuren des Romans fand ich sehr gut beschrieben, man konnte sich wirklich alle während des Lesens gut vorstellen. Auch die Handlungsorte waren sehr bildlich beschrieben und man konnte sie sich vor dem inneren Auge entstehen lassen. Gut, bei manchem hätte ich gerne etwas weniger Fantasie gehabt, aber das ist ja zum Glück bei jedem Leser anders.
Alles in allem habe ich den Krimi sehr gerne gelesen und auch wenn die Geschichte recht düster war, hat mich die Handlung in ihren Bann gezogen.
Ich bin nun gespannt was im nächsten Krimi um Kim und ihr Team passieren wird.
Für den Krimi vergebe ich gerne die volle Punktzahl.
DI Kim Stone
DI Kim Stone, die „Heldin“ dieses Krimis ist eine schwierige Person. Menschliche Gefühle und Regungen hat sie tief in sich vergraben, Small Talk ist auch nicht ihrs und der freundliche Umgang mit Zeugen, Verdächtigen oder sogar Kollegen, macht ihr Probleme. Dass sie trotzdem erfolgreich ist, ihre Kolleginnen und Kollegen für sie durchs Feuer gehen, liegt sicher auch an ihrer phänomenalen Erfolgsquote und nicht zuletzt an ihrer Loyalität.
Eine Serie von Morden, deren Muster Kim Stone, oder Guv, wie ihre Kollegen sie nennen, schnell durchschaut, führt sie auf das Gelände eines alten, verlassenen Kinderheimes und damit auch in ihre Vergangenheit, denn Kinderheime kennt Kim zur Genüge. Als dort noch Gebeine von jungen Mädchen gefunden werden, ist jedem klar, dass hier in der Vergangenheit der Schlüssel zum Täter liegt.
Der Krimi ist wirklich sehr spannend geschrieben. Natürlich erfindet die Autorin in ihrem Debüt das Rad nicht neu, ähnliche Themen und Sujets hat man schon öfters gelesen, aber sie schafft, es einen eigenen Ton zu finden. Die Figur der Kim Stone ist nicht frei von Klischees, sie folgt ganz dem Muster „harte Schale, weicher, tief versteckter Kern“, aber auch hier macht es Spaß, ihr zu folgen. Ich habe zwar das ganze Buch über nicht begriffen, warum sie von Kollegen „Guv“ genannt wird und ob das eine besondere Bedeutung hat, aber ich finde sie gut charakterisiert und die schrittweise Enthüllung ihrer eigenen Vergangenheit, macht es dem Leser leicht, ihr Verhalten zu verstehen. Auch die rotzigen Dialoge und Auseinandersetzungen mit dem korrekten Chef sind gut geschrieben. Die übrigen Teammitglieder hätten eine stärkere Rolle verdient, vielleicht werden sie im zweiten Buch mehr an Profil gewinnen.
Die Spannung ist sehr gut aufgebaut und schon nach wenigen Seiten ist man in der Geschichte drin und wirklich begierig auf die Auflösung. Da gibt es noch ein paar Haken, die überraschend, aber in der Rückblende auch sehr logisch sind. Insgesamt ein gutes Debüt, das zu lesen sich lohnt.
Warum allerdings der englische Titel „Silent scream“ beibehalten wurde, hat sich mir nicht ganz erschlossen.